Ich darf auch als Mutter mal genervt sein – ganz ohne schlechtes Gewissen

Ich darf auch als Mutter mal genervt sein – ganz ohne schlechtes Gewissen

Mutter zu sein ist der lukrativste Job auf der Welt. Er wird mit purer Liebe bezahlt. Kennt ihr den Spruch? Besonders beliebt auf Muttertagskarten oder auf bedruckten Kissen. Die kann man dann dekorativ auf die Couch drappieren und abends erschöpft den schmerzenden Kopf darauf ablegen.
Als Mama muss man glücklich sein. Immer.

Instagram kann mehr Realität vertragen und ich möchte diese Realität gerne zeigen.
Instagram: @kleinliebchen

Die ewig glückliche Mutter

Das suggerieren einem zumindest die Medien. In Zeitschriften strahlen einen die jugendlich aussehenden Mütter an, im Fernsehen wird fröhlich in Kleidchen und High Heels für die Abkömmlinge gekocht. Vegan und nur mit Bioprodukten, ist ja klar.
Und schaut man sich in den sozialen Medien um, wird es auch nicht besser. Da posiert die dreifache Mutter auf dem Schaffell in Overkneestrümpfe und trinkt genüsslich ihren Kaffee. Die Wohnung glänzt wie aus einem Möbelkatalog und im Chaneltäschchen wird das Töchterchen aus dem Kindergarten abgeholt.
Mütter sind einfach sehr glückliche Menschen.

Wie eine Mutter bei Instagram aussieht, hat mit der Realität wenig zu tun.
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Meine Kinder nerven manchmal

Natürlich sind auch für mich die Kinder das Beste was mir passierenkonnte, aber ganz ehrlich, manchmal, da würde ich sie gerne auf den Mond schießen. Es gibt Tage, da bin ich 20 Minuten nach dem Aufstehen schon so genervt, dass ich heulen könnte.

Liebe Eltern, bevor ihr euren Kindern Chinesisch, Geige und Yoga beibringt, versucht es mal mit Sozialverhalten.
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Da wird der Orangensaft auf dem frisch angezogenen Pullover verschüttet, der zweite Schuh ist spurlos verschwunden und die Kinder streiten sich ununterbrochen. Kommt dann noch Zeitdruck dazu, bin ich alles, aber nicht glücklich.

Ich habe keinen bestimmten Erziehungsstile, Hauptsache meine Kinder werden nicht zu Idioten wenn sie groß werden.
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Wettkampf unter Müttern

Das schlimme ist, man wird dafür verurteilt. Nicht von den eigenen Kindern oder dem Mann, nein, von anderen Müttern. Als Mama darf man in den Augen solcher Übermütter nämlich nicht sagen, dass nicht immer alles rosig und schön ist. Verboten. Da fahren sie dir sofort über den Mund. “Warum bekommt man dann Kinder, wenn sie nerven?”
Oder: “Meine Kinder sind das größte Glück auf der Welt, wie kann man nur gestresst davon sein?”

Du weißt das du Mama bist, wenn du im Kinderbuch Seiten auslässt, damit die Gute-Nacht-Geschichte schneller vorbei ist.
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Es ist traurig und erschreckend zugleich, wie schwer Mütter sich das Leben untereinander machen. Jede will die Beste sein. Es ist wie ein Wettbewerb. Was es zu gewinnen gibt, habe ich allerdings auch noch nicht rausgefunden.
Ich sage euch, als Mutter ist man nicht immer glücklich. Man ist sogar ziemlich oft genervt. Und gestresst. Und überfordert. Trotzdem sind meine Kinder das Beste, was mir je passiert ist, aber eben auch die größte Herausforderung.

Herzlichst, eure kleinliebchen

Keiner gibt es gerne zu, aber Kinder können einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben. Ich sage es ist völlig ok auch mal überfordert und genervt zu sein.

Ich bin Mutter und ich bin manchmal genervt von meinen Kindern. Und genau für diese Aussage wird man verurteilt, schließlich vermitteln uns die Medien ein völlig anderes Bild. Wie ich das sehe, könnt ihr hier nachlesen.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Das Beste was ich seit langem zum Thema“ Mutter sein “ gelesen habe👏🏼👏🏼👏🏼💜

    1. Oh, das freut mich. ☺️ Vielen Dank.

  2. Omg, danke für diesen Beitrag. Wie oft fühle ich mich innerlich von meinem schlechten Gewissen schier aufgefressen weil ich das Gefühl habe nur mich nerven meine Kinder so. Wie du schreibst auch für mich sind sie das Grösste, keine Frage. Aber es gibt einfach so viele Alltagssituationen die extrem stressig und nervig sind, da dreh ich manchmal echt durch :-/ bin froh dass ich nicht die einzige bin hehe, also danke dir

    1. Nein, du bist ganz sicher nicht alleine. Es geben nur wenige zu, aber ich bin mir sicher ganz vielen Mama’s geht es so.

  3. Ich bin durch Lina, Lara und Lea auf dein Instagramprofil gestoßen und zufälligerweise auf deinen Blog aufmerksam geworden. Heute war genau einer dieser Tage, wo ich tatsächlich genervt war 🤦‍♀️ Schande über mich 😂 wir haben es alle überlebt! Morgen ist ein neuer Tag ☺️

    1. So ist es. Nach einen schlechten Tag kommt auch wieder ein guter. Ich drücke für morgen jedenfalls ganz fest die Daumen. ☺️

  4. Ich war gestern von meinen Männern so genervt, da hab ich mir eine Auszeit genommen. Ein langer lustiger Abend mit anderen Müttern, die auch eine Auszeit gebraucht haben. 🤣😉
    Ich finde es traurig, dass manche Mütter es nicht einfach zugeben können. Ich bin mindestens einmal am Tag genervt von allem und genauso oft am Tag möchte ich noch ein Kind. 🙈🙊🙉

  5. Ich bin so froh zufällig auf deinem Blog gelandet zu sein. Ich stimme dir vollkommen zu. In letzter Zeit stelle ich mich oft infrage Es ist eine komische Phase mit meiner 3 jährigen Tochter. Automatisch denkt man es sei die eigene Schuld dass das Kind anders ist Durch deinen Blog habe ich die Bestätigung dass ich nicht alleine bin. Herzlichen Dank. You made my day

  6. mega gut und endlich mal jemand, der es so sagt, wie es ist, echt cool

  7. Wenn ich meine beiden lange in den Kindergarten gegeben habe dann hatte ich nie den Kids gegenüber ein schlechtes Gewissen. Die haben die Nachmittags-Aktionen geliebt. Aber gegenüber den Müttern, die ab 12 Uhr vorgelesen und vorgesungen haben, während ich mich mit einer Freundin zum Joggen getroffen habe 🙂

Ich freue mich über euer Feedback!