Mobbing unter Müttern – Wer ist die beste Mutter?

Mobbing unter Müttern – Wer ist die beste Mutter?

Seit ich vor einem Jahr angefangen habe, meinen Mamaalltag auf Instagram zu teilen, habe ich wirklich einiges erlebt. Tausende von Nachrichten habe ich bekommen, die allermeisten positiv.
Und doch scheint mein Inhalt oft zu provozieren, Mütter fühlen sich angegriffen, haben das Gefühl sie müssten mich und andere für ihre Denk- und Lebensweise angreifen. Ich schreibe bewusst über Mütter, denn von einem Vater kam in all der Zeit nicht eine negative Nachricht. Es geht um Mobbing unter Müttern.


Mobbing unter Müttern – Mom-Bashing

#mombashing wird das genannt, es bedeutet nichts anderes, als das Mütter andere Mütter kritisieren. Dies geschieht nicht auf konstruktive Art und Weise, sondern meist harsch und unter der Gürtellinie. Dabei geht es gar nicht um irgendwelche dämlichen Kommentare wie “Du bist hässlich” (denn auch das kommt zu genüge), sondern die Lebensart und Erziehung wird kritisiert.

Die Lebensweise und Erziehung anderer wird verurteilt

Mütter greifen andere Mütter an. Nun spreche ich eigentlich selten bis nie Themen wie Stillen oder Erziehung an, denn ich weiß, da gibt es meistens Zoff. Aber im Grunde ist es auch egal über was man schreibt, denn wer angreifen will, der tut es auch.

Dieser Hass und dieser Wettkampf, wer es denn nun richtig macht und wer den Titel Mutter des Jahres verdient, ist für mich einfach unbegreiflich. Warum können so viele einfach nicht akzeptieren, dass es in anderen Familien anders läuft und das trotzdem ok ist? Warum ist für viele ihre Lebensweise die einzig richtige?

Ich sehe auch täglich Dinge, mit denen kann ich nichts anfangen. Mir würde aber im Traum nicht einfallen einen blöden Kommentar zu hinterlassen. Wozu auch? Das bringt mich einfach nicht weiter.

Die perfekte Mutter zu sein, die alles auf die Reihe bekommt, Haushalt, Arbeit und die Kinder locker wuppt, dazu auf ihr äußeres achtet und dabei fröhlich lächelt, das ist der Anspruch. Das scheint das Ziel zu sein. Und wenn man sagt, man eifert diesem Bild selber nicht hinterher, dann macht man etwas falsch.

Ich bin glücklich in meiner Wohnung, die nicht wie geleckt aussieht. Ich bin glücklich in Jogginghose und mit meinem Mamdutt. Und manchmal bin ich genervt davon. Vom Haushalt, vom putzen und vom aufräumen. Manchmal bin ich zu faul mir die Beine zu rasieren und manchmal habe ich keine Zeit dafür. Manchmal vermisse ich es, mir eine Haarmaske aufzutragen und manchmal, wenn ich die Zeit dafür hätte, habe ich einfach keine Lust.

Die Prioritäten haben sich geändert

Und dann ist es einfach so, dass sich meine Prioritäten geändert haben. Früher war ich eine Frau, die sich sehr gerne geschminkt hat und deren Kleiderschrank immer zum Platzen gefüllt war. Eine Frau, die gerne High Heels angezogen hat und jedes Wochende feiern war.
Heute bin ich eine Frau, die lieber ungeschminkt bleibt, damit es abends schneller geht. Die gerne Jogginghose und Turnschuhe trägt, weil es bequem ist. Eine Frau die Mama ist und deshalb lieber in Ruhe zwei Tassen Kaffee trinkt als sich eine Gesichtsmaske aufzutragen.

Aber wenn eine Mama eben lieber die Frau von früher sein will und sehr auf sich achtet, dann ist das genauso ok. Nur weil eine Mutter ihre Kinder in Minirock in den Kindergarten bringt, ist sie nicht schlechter als ich. Aber eben auch nicht besser. Ich urteile darüber nicht. Denn ich weiß uns verbindet viel mehr als das. Wir alle machen Fehler.
Wir alle sind nachts hochgeschreckt um zu sehen ob unser neugeborenes Baby noch atmet. Wir alle haben Angst unserem Kind könnte etwas passieren. Wir alle wollen nur das Beste. Das weiß ich einfach. Welchen Weg wir dafür wählen, das bleibt jedem selbst überlassen.
Aber andere Mütter zu kritisieren um sich selber besser zu fühlen ist sicher kein Weg davon.

Die Unsicherheit ist bei vielen Müttern groß

So viele Frauen denken sie bekommen es nicht hin. Aus allen Schichten. Sie denken, sie sind schlechte Mütter. Versager. Ich weiß das, weil sie mir das schreiben. Fast täglich bekomme ich solche Nachrichten. Sie haben Angst alles falsch zu machen. Sie fühlen sich schlecht, weil sie mit ihrem schreienden Baby den Haushalt nicht stemmen. Sie sehen die rosarote Glitzerwelt anderer Mütter und verzweifeln.

Instagram Nachricht einer Mutter
Instagram Nachricht einer Mutter

Mir tut das so leid. Ich stehe mit beiden Beinen im Leben. Wir haben keine finanziellen Sorgen, ich weiß uns geht es gut. Vor allem weiß ich, für meine Kinder bin ich eine gute Mutter. Aber nicht jede Frau ist so selbstbewusst. Und deshalb möchte ich sie bestärken. Ihnen zurufen, hey, du bist nicht allein. Du bist voll ok wie du bist und das was du tust ist ganz wunderbar.
Ob mit gemachten Brüsten, mit Minikleid oder mit Jogginghose. Ob mit rasieren Beinen, oder Haaren unter den Achseln. Ob du deine Kinder gestillt hast oder nicht. Ob du nur eins willst oder zehn Kinder. Du bist gut genug. Du bist verdammt nochmal die beste Mutter der Welt. Und alle anderen Mütter sind es auch.

Ich glaube nicht, dass man diese ewig kritisierenden Mütter wachrütteln kann. Vielleicht haben sie selber Probleme und lassen es anonym im Internet raus. Vielleicht sind es auch einfach nur böse Menschen. Ich weiß es nicht. Ich bin genervt davon, trotzdem kann ich es nicht ändern. Ich kann nur all den anderen Müttern Mut machen. Mut zu sich und der eigenen Lebensweise zu stehen. Sich nicht unterkriegen zu lassen. Und Angriffe so gut es geht zu ignorieren. Denn am Ende müssen wir niemanden Rechenschaft ablegen, außer uns selbst.

Herzlichst, eure kleinliebchen

Mombashing nennt man es, wenn Mütter andere Mütter anfeinden, bevorzugt im Internet und sozialen Medien. Dabei geht es immer darum, was andere Mütter falsch machen. Was ich auf Instagram erlebt habe, könnt ihr hier nachlesenWenn Mütter sich anfeinden, nennt man das mombashing. Meist unkonstruktiv, harsch und unter der Gürtellinie wird über die Erziehung und den Lebensstil anderer Mütter geurteilt. Ein Erfahrungsbericht.

Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Social Media – Fluch und Segen – deine Worte treffen sowas von zu. Die mombashing Moms wird das kalt lassen, aber die Mamas, die es zur Motivation und Aufrichtung brauchen, die hast du damit erreicht. Klare Worte und Motivation kannst du … danke dir dafür

  2. Vielen Dank für deinen tollen Artikel!

    Meistens bin ich als Mama ganz selbstbewusst und mit mir im Reinen, denn ich weiß, dass ich mein Kind liebe (und er mich auch) und, dass ich mein bestes gebe, damit es ihm gut geht.

    Und dann gibt es noch die Tage, an denen er im Supermarkt randaliert und die bis dahin freundlich lächelnde Oma sagt: Da müssen sie aber mal durchgreifen.

    Oder die Tage an denen ich gefragt werde, wann er den ein Geschwisterchen bekommt und ich erst überlege, ob ich lügen soll oder einfach dazu stehe, dass mir ein Kind völlig reicht. („Also ICH bin ja ein Einzelkind und hab mir IMMER ein Geschwisterchen gewünscht“ lauten dann die Kommentare)

    Oder auch die Tage, an denen ich abends weinend mit ner Flasche Wein auf der Couch sitze und von allem ein bisschen überfordert bin, weil der Tag einfach eine Katastrophe war.

    Was ich aus allen diesen Tagen gelernt habe, ist, dass ich andere Eltern nicht mehr verurteile. Alle geben sie ihr Bestes um ihre Kinder nach bestem Wissen und Gewissen zu erziehen. Und wir alle machen einen echten Knochenjob.

    1. Die Frage nach dem Geschwisterkind kam bei uns auch in regelmässigen Abständen. Oftmals auch einfach so im Supermarkt. Einmal hab ich dann geantwortet, dass das Kind mit viel Glück einen älteren Bruder bekommt und bin dann einfach weitergegangen.

  3. Hallo erst mal&ein dickes Danke! Danke für Deine Ehrlichkeit, Deine Authentizität, Dein Selbstbewusstsein, Deine Ironie, Deinen Mut und Dein Engagement! Hat mir schon oft den Tag gerettet&die Tränen in due Augen getrieben, vor Lachen, meist! Es ist so traurig, was da oft abgeht zwischen Müttern. Kenn das selbst auch aus eigener Erfahrung&kann es nicht nachvollziehen. Jede Mutter tut doch, was Sie kann um für Ihr Kind/Ihre Kinder da zu sein. Ob das dann auch mein Weg wäre ist doch echtfuckingschnurzpiepwurstegal, denn es ist ja Ihrer. Bin immer froh, dass ich einfach auch so in mir ruhe(meist) dass mir so was am …vorbei geht. Aber all die anderen Häschen/Mäuschen/Küken Mütter da draussen, die das nicht können? Um die hab ich Angst, echte Angst, denn solche Arschlochmütter können solchen Schaden anrichten&daher braucht’s mehr wie Dich!!! Danke fürs Mutmachen&Danke fürs auch mal Ausrasten: Gens den Buches, Schwester! Ich Versuch ja immer „nicht ärgern nur wundern“ zu praktizieren, aber ich bin auch nur Mensch, Frau&zufällig noch Mutter, daher klappt das nicht immer. Also daher Danke nochmal für Dich Deine gruseligen rosa Pullis, den Dutt&die Grösse Klappe! Over&aus

  4. Ich finde du hast den Nagel auf den Kopf getroffen . Oft genug bekommen wir „Gute Ratschläge“, „Tolle Sprüche“ mittlerweile bekommen die Leute auch eine freche Antwort von mir . Ich habe genug von diesem oberschlauen die alles besser wissen und am besten nicht mal Kinder haben.

  5. Ganz genauso ist es!

    Jeder hat andere Bedürfnisse. Jede Familie ist anders, jede Mutter, jeder Vater, die Kinder und auch die Umstände.

    Alles, was funktioniert und bei dem sich, möglichst alle Familienmitglieder, wohl fühlen, ist erlaubt. Ich finde, man sollte sich einfach mehr helfen, statt zu kritisieren. Die Ansprüche von allen Seiten sind hoch und manch einer verzweifelt daran und Leidtragende dann, sind am Ende die Kinder.

    Das hier ist kein Wettbewerb! Es ist das wahre Leben! Also Leben und leben lassen und sich am Besten nicht vergleichen. Dani_B

  6. So und nicht anders! Voll anstrengend die Momsters! Ich verstehe auch immer nicht weshalb ich mich im Alltag aufbrezeln soll, wenn doch nichts ansteht. Eine Bekannte wird nicht müde mich wegen meinem „Lumpenstil“ zu kritisieren ( so nennt sie wirklich meinen „Stil“. Ich trage meine Jogginghosen mit stolz, fühle mich wohl und habe andere Prioritäten als rasierte Beine. Sollen sich alle mal an ihre eigene Nase fassen und vor ihrer eigenen Haustür kehren wenn sie so Bock drauf haben. Wir sind nicht bei „die perfekte Hausfrau“ von 1940, mir steht einfach keine Schleife im fettigen Haar. Ob in Jogginghose oder Haute Couture, am Ende des Tages ziehen wir alle unsere Klamotten aus und gehen müde ins Bett.

  7. Liebe Maren,
    Vielen Dank für deine helfenden Worte, meine Kids sind schon etwas älter, dennoch war es wirklich schwer für mich, als sie noch kleiner waren. Ich hatte auch keine richtige Unterstützung (außer meinen Mann) und einige Päckchen zu tragen, was ja eben von außen auch keiner sieht.Deshalb kommen mir auch die Tränen 😭, bei deinem Text. Ich bin so froh über Instagram und solche Profile wie deinem. Du gibst mir Kraft, Mut und auch deinen Humor liebe ich. 1000 Dank dafür und bitte bleib wie du bist. Ganz liebe Grüße Dani

  8. Schlimm genug das es dafür jetzt ein Wort gibt. Die Hauptsache ist doch wir lieben sie. Egal auf welche Art.

  9. Wieder einmal ganz toll geschrieben!!! Ich finde dich so toll und kann auch immer nicht verstehen, warum man steht’s kundtuen muss was einem nicht gefällt. Mir „gefällt“ auch nicht alles was die anderen Mamas denen ich auf Instagram folge, aber das ist nicht deren Problem und andersrum wäre es sicher genauso, ich mache mit Sicherheit viele Sachen die andere anders machen würden. Hast du nichts nettes zu sagen, halt die Klappe 😀

  10. Ein toller Artikel! Dem ist nichts hinzuzufügen!

  11. Danke😊 diese Worte müssen mehr Reichweite erlangen. Sie sind so wahr

  12. Das hast du wirklich schön geschrieben 😊👍

  13. Danke für diesen tollen Artikel. Er spricht mir sowas von aus der Seele. ❤

  14. Supa toll geschrieben!! Bin immer nur der stille Mitleser aber zum Teil echt schockiert wie Mamas sich auf Instagram oder Fb angehen wegen Fragen oder einer anderen Einstellung zu Themen.
    Leben und leben lassen …

  15. Danke für deine tollen und ermutigend Artikel. Ich finde es absolut richtig was du schreibst. Wir sollten alle das Leben genießen und es die anderen genießen lassen. Jeder hat seine eigene Art sein Leben zu leben und das ist gut so😉 danke das du mich immer wieder zum. Lachen bringst und mir mit deinen Beiträgen den Druck nimmst,alles irgendwie machen zu müssen, es ist gut so wie es ist. Und wenn man mal keine Lust auf schminke und Haushalt hat dann ist das so. Jeder muss den richtigen Weg finden. Danke das du deinen mit uns teilst und mich so immer wieder zum Lachen bringst😊

  16. Toller Text! 👏

    Ich dachte ja, dass es dieses Mombashing nur im Internet gibt und bin neulich erschrocken, weil mir das im “echten” Leben zuteil wurde. Mein Ego hält sowas glücklicherweise aus und trotzdem war ich entsetzt, damit konfrontiert worden zu sein. Mombashing ist was, was die Welt nicht braucht. 😎

Ich freue mich über euer Feedback!